Die erste Reise in Namibia – Swakopmund und Etosha (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1 unseres Reiseberichts.


Etosha

„Ist das da hinten nicht eine Giraffe?! Ach ne, doch nur ein Ast…“

Guck mal da, unter dem Baum! Ein Löwe! Oder doch nicht, sah nur so aus.“

„Dieses graue da im Busch, das könnte ein Nashorn sein!! Nein, war nur ein großer Stein.“

So oder so ähnlich klang es bei uns im Auto, während wir Stunde um Stunde auf den Schotterpisten des Nationalparks verbrachten und an den Wasserlöchern Ausschau nach Elefanten und anderen interessanten Tieren hielten. Dann wieder kamen wir durch weite Savannenlandschaften und kamen mit dem Zählen der Giraffen kaum hinterher, die überall umher stolzierten. Oder wurden an einem Wasserloch von einer Herde Elefanten mit Jungtieren überrascht, die für eine knappe Stunde planschten und sich uns sehr fotogen präsentierten. Und sogar einen Leopard haben wir gesehen, allerdings nur mit dem Fernglas, denn er döste seelenruhig unter einem Baum, gut 50m von der Straße entfernt. Hätte nicht schon ein anderes Auto an der Stelle gestanden, wären wir mit Sicherheit vorbeigefahren. Unser Autovermieter war ganz neidisch, als wir ihm davon erzählt haben. Er hat in seinem ganzen Leben erst einmal einen Leopard hier gesehen.

Der Etosha Nationalpark ist so ungefähr das beliebteste Touristenziel in Namibia und das, meiner Meinung nach, zu Recht. Er ist halb so groß wie die Schweiz und Heimat fast aller Wildtiere des südlichen Afrikas. Aber nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Parks ist, nach Entrichtung einer geringen Gebühr, frei zugänglich – wobei das auch nicht ganz richtig ist, denn man fährt mit dem Auto von Wasserloch zu Wasserloch, wo die Chance, Tiere zu sehen, am größten ist, und darf nur an den Picknickplätzen aussteigen. So kann die Zeit im Auto schon lang werden, vor allem für uns zu fünft war es zwischenzeitlich sehr eng. Aber mit dem Wetter hatten wir großes Glück, es war angenehm kühl, sodass wir problemlos die Fenster iim Auto öffnen konnten, um einen besseren Blick zu haben. Und obwohl wir einen Monat vorher nur noch begrenzt Plätze auf den staatlichen Camps im Park bekommen haben, war es auf den Straßen und an den Wasserlöchern nicht übermäßig voll. Im touristischen Südosten des Parks gibt es drei Camps, wobei Okaukuejo das größte (und vollste) ist. Für uns waren nur noch das mittlere Camp Halali und das ganz im Osten liegende Namutoni verfügbar. Dort haben wir dann abends unsere Dachzelte aufgeklappt und uns ein paar Nudeln gekocht, bevor wir relativ früh schlafen gegangen sind.

Bildergebnis für etosha map

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So sah dann unser Aufbau für die Nacht aus: die Dachzelte waren ruckzuck (wirklich binnen weniger Minuten) auf- und am nächsten Morgen wieder abgebaut. Sehr komfortabel! Und auch zum Schlafen gemütlich.

Ein Tag im Etosha sieht ungefähr so aus: man steht morgens so früh wie möglich auf, denn mit Sonnenaufgang öffnen die Tore und macht sich auf die Suche nach einem interessanten Tier, das man dann eine Weile beobachtet, bevor man weiterfährt. Für Pausen fährt man auf einen Parkplatz oder in eines der Camps, wo man sogar im Restaurant zu Mittag essen könnte (was wir natürlich nicht gemacht haben, wir haben schön unser Butterbrot gegessen). Am späteren Nachmittag fährt man dann Richtung Nachtquartier, denn mit Sonnenuntergang schließen die Tore des Parks und der Camps. Das heißt aber nicht, dass die Tierbeobachtung damit vorbei ist, denn die Camps haben alle beleuchtete Wasserlöcher, an denen man die nachtaktiven Bewohner des Parks erleben kann. So konnten wir zum Beispiel Nashörner in Halali beobachten, die wir am nächsten Tag dann auch im Hellen sehen konnten.

Wie viele Tiere man in Etosha sieht, hängt von der Jahreszeit und dem persönlichen Glück ab, in der Regenzeit ziehen sich die Tiere eher zurück, weil sie überall Wasser finden, in der Trockenzeit sind sie gezwungen, ans Wasserloch zu kommen. Wir hatten diesmal großes Glück: Löwen bekamen wir gleich dreimal zu Gesicht, einmal nur drei Meter von der Straße entfernt, schläfrig unter einem Baum liegend, das zweite Mal zwei junge männliche Löwen, die am Wasserloch neben Giraffen und Elefanten getrunken haben und das dritte Mal, wieder auf Hinweis eines anderen Parkbesuchers, beim Fressen einer erlegten Giraffe. Hyänen und Elefanten konnten wir ebenso aus nächster Nähe bestaunen. Der Abstecher in den Norden hat sich für uns also voll gelohnt und wir nehmen viele wunderbare Erinnerungen davon mit!

 


Unsere Mitfreiwillige Leonie wird auf ihrem Blog auch einen Beitrag zu unserer Reise veröffentlichen.

Und auf Franziskas altem Blog sind ebenfalls Einträge zu Swakopmund und Etosha zu finden.

2 Kommentare zu „Die erste Reise in Namibia – Swakopmund und Etosha (Teil 2)

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