Monatsrückblick – März/April (Sascha)

Es ist Karfreitag. Gestern war der letzte Schultag vor den vierwöchigen Osterferien, um zehn Uhr hatten wir schon Schluss. Jetzt sitze ich im Büro der Schule und genieße die Ruhe, die auf dem Schulgelände eingekehrt ist. Auch meine Mitfreiwilligen reisen so nach und nach ab und morgen geht es mit Franziska und ihren Eltern los.
Dieser Monatsrückblick kommt so spät, da ich den Bericht nicht am Monat, sondern unseren Schulferien orientiert habe.
Sorry, das mit den Bildern funktioniert bei mir irgendwie nicht. Also nur Text dieses Mal..

Als Ergänzung zum letzten Monatsrückblick, in dem ich über das Problem des fehlenden Regens für die Bauern geschrieben habe: Ich habe mich im März nochmal mit dem Bauern von Krumhuk unterhalten und er hat erzählt, dass sie ihre Rinder jetzt in großen Zahlen verkaufen. 200 sind schon nach Südafrika verkauft. Das ist auch finanziell eine riesige Belastung, denn sie bekommen nur die Hälfte des regulären Preises. Wenn die Regenzeit jetzt bald zu Ende ist und nicht noch sehr viel Regen kommt, werden sie ihre Herde von über 500 Rindern auf 50 reduzieren müssen, um die trockene Zeit bis November-Dezember zu überstehen.

Der März war ziemlich voll, was Events an den Wochenenden angeht.
Da war zum einen das Trimester Festival. In einem großen Zelt auf dem Sportplatz waren alle Klassen und interessierte Eltern versammelt. Das Programm bestand aus künstlerisch-musikalischen Beiträgen aller Klassen – meine Klasse hat Stockkampf gezeigt. Drumherum gab es Kaffee, Kuchen und viele leckere Dinge zu essen. Die Stimmung war schön.
Als nächstes stand das Sportfest an. Auf dem größeren Sportplatz einer anderen Schule maßen sich die Schüler einen Vormittag lang in verschiedenen Disziplinen – bei fast 40°C und direkter Sonne nicht nur spaßig. Ich war mit dem Werklehrer für Speerweitwurf zuständig.
Noch ein Samstagsevent war ein kleiner Flohmarkt bei uns auf dem Gelände. Ein paar Stände, Essen und Trinken und Kinderbespaßung. Für letztere waren wir Freiwillige zuständig.

Zwischen den vielen vollen Wochenenden war das lange Wochenende im März (Independence Day am Donnerstag, Freitag Brückentag) umso erfreulicher. An zwei Tagen habe ich unseren Klassenraum in einem hellen grün lasiert. Dabei wird stark verdünnte Aquarellfarbe mit einem Schwamm auf die Wand aufgetragen und in achten verstrichen. Angefangen habe ich zusammen mit der Klassenlehrerin, die mir das gezeigt hat und dann habe ich die zweite Hälfte allein gemacht. Viel Arbeit und auf jeden Fall schwieriger als normal zu streichen, aber ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Klassenraum ist jetzt jedenfalls lebendiger als vorher.
Neben dem vielen Streichen habe ich auch die Ruhe genossen. Alle anderen waren über das Wochenende weg und so hatte ich die Hütte für mich. Auch mal angenehm.

Der Regen hat uns wohl doch nicht ganz vergessen, denn Anfang April hatten wir eine Woche lang jeden Tag Regen, mal mehr und mal weniger. Das war für uns eine sehr ungewöhnliche Wetterlage: Regen, Wolkenverhangener Himmel, „kalt“ und nass. Das kennen wir gar nicht mehr. Aber es war auch mal eine sehr angenehme Abwechslung und ein Anlass, die warmen Sachen rauszuholen. Am Ende der Woche waren überall auf dem Gelände grüne Grasspitzen und kleine Keime zu sehen, die nur auf die Feuchtigkeit gewartet haben. Leider kommt der Regen viel zu spät, für die Farmer bringt er kaum Erleichterung. Immerhin durften wir an einem Abend erleben, dass das ansonsten staubtrockene Flußbett – hier Rivier genannt –  hinter unserem Haus Wasser führte. Das passiert nicht jedes Jahr. Leider ging es erst abends im dunkeln los und am nächsten Morgen war von dem Flüßchen nichts mehr zu sehen als Matsch und ein paar Pfützen.

Am Palmsonntag fanden unsere wöchentlichen Chorproben mit dem Abschlusskonzert ein Ende. Programm war die „Easter Collection“ des namibischen Komponisten Marcellinus Swartbooi. In sieben Teilen wird die Passionsgeschichte erzählt. Tolle Musik und ich hatte großen Spaß am singen!

So viel erstmal von mir und den letzten sechs Wochen. Ich wünsche euch eine schöne Osterzeit und sende herzliche Grüße aus dem namibischen Herbst.

 

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