Monatsrückblick – Februar (Franziska)

Unser sechster Monat ist vorbei und damit auch die erste Hälfte unseres Freiwilligendienstes. Aktuell vergeht die Zeit wie im Flug und insbesondere die letzten Wochen waren sehr arbeitsintensiv, deshalb war es hier auf dem Blog auch eher etwas ruhiger. Wir sind Ende Januar wieder voll in die Arbeit eingestiegen und ich habe gemerkt, wie viel einfacher jetzt in unserem zweiten Trimester alles ist. Die Kinder haben sich an uns gewöhnt, wir kennen einander nun und sie versuchen nicht mehr ständig unsere Grenzen auszutesten. Als unsere Chefin im Afternoon Care Anfang Februar eine Woche krank war, haben Johanna und ich „den Laden alleine geschmissen“ und es war so erstaunlich viel weniger stressig als noch vor ein paar Monaten. Im Lauf der Monate habe ich auch einfach an Souveränität im Umgang mit den Kindern dazugewonnen. Und das merken und respektieren sie. Gerade die älteren Kindern, mit denen ich am Anfang natürlicherweise weniger Kontakt hatte, lerne ich jetzt erst so richtig kennen. Die Arbeit ist dementsprechend momentan besonders schön. Mit jedem Tag wachsen mir die Kinder weiter ans Herz und es ist schon jetzt ein trauriger Gedanke, sie in einem halben Jahr verlassen zu müssen.
Insgesamt habe ich nach den großen Ferien das Gefühl mich so richtig eingelebt zu haben. Dazu gehört auch, dass die letzten Wochen zwischendurch sehr ermüdend und anstrengend sein konnten. Und auch wenn ich mich schon am Dienstag auf das Wochenende freue, gehe ich jeden Tag gerne zur Arbeit und das ist doch das wichtigste.

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Hausaufgabenzeit im Afternoon Care

Nicht nur die verstreichenden Monate erinnern mich daran, dass die Zeit vergeht, auch am Wetter merkt man es. Morgens wird es schon merklich später hell, nicht mehr lange und wir beginnen die Schule im Dunkeln. Damit einher gehen kühlere Temperaturen, es ist lange nicht mehr so heiß wie im Dezember. An vielen Tagen dürfen wir uns über Höchsttemperaturen von unter 30°C freuen und auch nachts bleibt die Temperatur nicht mehr bei 20°C hängen. Und endlich endlich bekommen wir auch etwas Regen! Dennoch liegen die Niederschläge in diesem Jahr noch unter dem Durchschnitt in Namibia, was ein echtes Problem für die Wasserreserven im Land darstellt.

Wenn wir nicht gearbeitet haben, waren wir in diesem Monat wieder auf vielen Kulturveranstaltungen in Windhoek. Am letzten Februar fand auf dem Gelände der Waldorf School außerdem ein Fahrradrennen statt, bei dem wir beim Kuchenverkauf geholfen haben.

NARREC – Namibia Animal Rehabilitation Research and Education Centre

Am Wochenende davor war ich mit Anna und einer anderen Praktikantin bei der Vogelauffangstation NARREC, etwas nördlich von Windhoek. Dort engagiert sich seit vielen Jahren das Ehepaar Coen für Natur- und Tierschutz und pflegt verletzte Vögel wieder gesund. Die Vögel, die sie nicht wieder auswildern können, leben in großen Volièren auf dem Gelände und können von Besuchern beobachtet werden. NARREC hat ein paar große Raubvögel, Geier, Eulen, Adler, aber auch bunte Papageien und kleinere Singvögel. Außerdem füttern sie auch ehemalige Gäste ihres Vogelkrankenhauses, die jeden Morgen dafür auf das Gelände zurückkehren. Wir waren leider etwas zu spät für dieses Spektaktel, trotzdem war es ein schöner Ausflug, bei dem wir auch noch viel über Naturschutz in Namibia, Wilderei und bedrohte Arten erfahren haben.

Finde die Eule

Spenden für namibische Kindern

Der schönste Moment in diesem Monat war die Zusage meiner lieben Familie, einen Platz im Afternoon Care für eine Schülerin zu finanzieren. Schon ganz lange möchten Johanna und ich, dass sie in den Hort kommt, da sie jeden Nachmittag auf ihren älteren Bruder, der bis drei Uhr Unterricht hat, warten muss. Dank der Patenschaft, die Johannas Familie und meine Familie jetzt gemeinsam übernehmen werden, kann sie ab März nachmittags bei uns etwas zu essen, Raum zum Spielen und Unterstützung bei den Hausaufgaben bekommen.
Auf solche finanzielle Unterstützung sind an der Waldorfschule viele Schüler angewiesen und ich würde den Lesern dieses Blogs gerne an dieser Stelle zwei Möglichkeiten, wie man aus Deutschland direkt an die Schule für die Schüler der Waldorf School spenden kann, ans Herz legen. Zum Einen ist da eben die Bildungspatenschaft, die über die Freunde der Erziehungskunst läuft, und über die man entweder eine Schule, eine Klasse oder aber auch direkt einzelne Schüler einmalig oder regelmäßig mit einem selbst gewählten Betrag unterstützen kann. Damit wird dann das Schulgeld derjenigen Kinder aufgestockt, deren Familien nur einen kleinen Anteil aufbringen können. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Website der Freunde der Erziehungskunst.
Die zweite Möglichkeit ist das sogenannte „Flugstipendium“. Jedes Jahr gibt es eine Handvoll Schüler, die nach ihrem Schulabschluss an der Waldorf School für einen Incoming Freiwilligendienst nach Deutschland gehen, im Prinzip genau wie ich. Bloß mit dem Unterschied, dass es für sie viel schwieriger ist, ihren Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Ein Flug kostet nämlich ungefähr so viel wie das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Namibiers. Ich bin überzeugt, dass ein Freiwilligendienst eine großartige Chance für junge Erwachsene sein kann. Außerdem ist es nur fair, dass Menschen aus dem Globalen Süden dieselben Möglichkeiten erhalten wie Menschen aus dem Globalen Norden. Deshlab spende auch ich seit ein paar Monaten einen Teil meines Taschengeldes, das ich während meines Freiwilligendienstes erhalte, an die „Freunde“ zu diesem Zweck. Wenn euch das ebenfalls interessiert: hier geht es zum Spendenformular, bei dem man als Verwendungszweck dann „2530 Flugstipendium“ eingibt.


Das war es auch schon wieder mit meinem Monatsrückblick. Wir haben jetzt schon wieder „Mid-Term-Break“, d.h. eine Woche Ferien. Auch wenn ihr in Deutschland nicht frei habt, wünsche ich euch einen schönen sonnigen Frühlingsanfang!

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