Monatsrückblick – Januar (Sascha)

Sorry, dieser Monatsrückblick kommt sehr spät und auch leider ohne viele Bilder. Ärgerlicherweise ist mein Laptop abgeschmiert, daher ist jetzt alles nicht ganz so einfach gewesen.


Das Jahr 2019 ist in vollem Gange und hat für Euch hoffentlich genau so gut begonnen wie für mich! Der Jahreswechsel war nämlich während unserer Reise, um genauer zu sein in Simbabwe an den Victoria Falls. Eine fantastische Reise und ein sehr schöner Start in das neue Jahr.
Nachdem wir zurück in Windhoek waren, hatten wir noch zehn Tage Ferien, bevor die Seminarwoche für die Lehrer begann. In der Zeit haben Franziska und ich viel in der Bücherei für die Unterstufe gearbeitet: einen Haufen Bücher aussortiert, neu nach Kategorien organisiert, Regale beschriftet und generell aufgeräumt. Bald kann sie in neuem Glanz wieder für die Klassen eins bis sechs öffnen und Spiele, Magazine sowie Bücher in Deutsch, Englisch und Afrikaans anbieten.
Ungefähr den gesamten Rest der Zeit haben wir bei Anna und Christina, zwei Mitfreiwilligen aus Windhoek, im Pool verbracht. Die haben für zwei Wochen das durchaus große und luxoriöse Haus von Freunden bewohnt, während diese im Urlaub waren. Es ist hier nicht unüblich jemanden zu suchen, der auf das Haus aufpasst, die Alarmanlagen bedient und einen bewohnten Eindruck erweckt. Naja, das Poolangebot haben wir jedenfalls voll ausgenutzt.

Die letzte Ferienwoche vor Schulbeginn war dann einem Seminar und Vorbereitungszeit für die Lehrer gewidmet. Eine Referentin aus Dornach war für vier Tage da und hat das Hauptprogramm geleitet, gerahmt wurde das von künstlerisch-musikalischen Einheiten sowie organisatorischen Dingen. An den Nachmittagen haben wir dann die Klassenräume etc. vorbereitet.

Am letzten Wochenende vor Schulbeginn haben wir uns nochmal mit mehreren Freiwilligen zusammengetan und sind etwa 30 Kilometer nördlich aus Windhoek auf die Okapuka Ranch gefahren. Das ist eine riesige Farm mit Lodge (das heißt Übernachtungsmöglichkeiten, ein Restaurant, Pool etc.), die sich auf namibische Wildtiere und entsprechend auch Game Drives spezialisiert hat. So einen Game Drive wollten wir machen. Zwei Stunden lang wurden wir auf einem PickUp mit Sitzen auf der Ladefläche von Fritz, unserem Guide, durchs Gelände gefahren. Als erstes ging es zu einem kleinen Teich mit klarem Wasser, in dem zwei Nilkrokodile leben. Beide konnten wir sehen, das Weibchen bewegte sich im seichten Wasser am Ufer und das Männchen lag in der Sonne. Gefühlt hätte man eben absteigen könnnen um die Tiere zu streicheln, in Wirklichkeit wäre das ein Todesurteil. Denn auch wenn sie einen schlafenden Eindruck erwecken, warten sie nur auf eine Gelegenheit, ihre Beute unter Wasser zu ziehen.
Neben vielen zum Teil seltenen Antilopen, Warzenschweinen und Giraffen, sind die Hauptattraktion der Farm die vier Breitmaulnashörner. Ein Bulle und drei Weibchen leben hier hinter hohen Zäunen auf dem riesigen Gelände der Farm.
Namibia hat, wie viele andere Länder auch, mit Wilderei zu kämpfen. Vor allem Elefanten und Nashörner sind Ziel krimmineller Syndikate, die es auf die Stoßzähne und Hörner der Tiere abgesehen haben, um diese für viel Geld zu verkaufen. Einfache Parkranger stehen teilweise militärisch ausgebildeten und bewaffneten Wildereren gegenüber und eine eher schlechte Aufklärung durch Polizei und Justiz erschwert die Verfolgung zusätzlich. Bei Nacht dringen die Wilderer mit AK-47 Gewehren und Handgranaten in die Parks ein, suchen das Nashorn, erschießen es und hacken im das Horn ab. Über die Nordgrenze verschwinden sie und innerhalb weniger Tage ist das Horn schon in Asien. Auf dem Schwarzmarkt ist ein Kilo Nashorn-Horn mehr wert als Gold. Bis zu 60.000 US-Dollar kostet das Kilo.
In Süd-Ostasien gilt es als Wunderheilmittel und Statussymbol. Dass es letztlich nur aus Keratin besteht, scheint wohl nebensächlich. Wie wäre es mit Fingenägeln statt Nashorn-Horn? Inhaltlich gäbe es keinen Unterschied und es müssten nicht vom Aussterben bedrohte Tiere dafür herhalten.

Am 21. Januar war es dann soweit und das Schulgelände füllte sich endlich wieder mit Kindern und Jugendlichen – während der Ferien war es hier doch ungewöhnlich still gewesen. Die erste Woche war schnell wieder um und war, bis auf die Einschulung der neuen ersten Klasse, fast Alltag. Für die Arbeit mit Fabian habe ich aus den Ferien neue Motivation und ein paar Ideen mitgebracht. Ich habe mich echt gefreut ihn und den Rest der jetzt sechsten Klasse wiederzusehen.

Wie schon im letzten Jahr hat die Musiklehrerin unserer Schule einen Chor auf die Beine gestellt, an dem ich wieder mit Freude teilnehme. Dieses Mal singen wir sieben Stücke von einem namibischen Komponisten, die die Passionsgeschichte erzählen.

Und noch eine andere Sache. Im Mai fährt meine sechste Klasse auf Klassenfahrt. Wir werden eine Woche in NaDEET, einem Umweltbildungszentrum in der Wüste, sein. Dort wird mit Kindern zu Themen wie Nachhaltigkeit, regenerative Energien, Recycling etc. gearbeitet. Die Woche kostet pro Person fast 1´000 N$, das sind um die 60 Euro. Für manche Elternhäuser aus unserer Klasse ist das zu viel.
Hier also meine Frage: gibt es jemanden unter Euch, der sich vorstellen könnte, einen kleinen Betrag zu dieser Klassenfahrt beizusteuern? Wenn ja, überweist mir das Geld gern auf mein Konto (auf der Seite Kontakt/Spenden findet ihr alle Daten). Ich gebe das dann in den Topf, der die Fahrt finanziert und die finanziell schwächeren Familien entlastet. Wenn ihr dazu noch Fragen habt, schreibt mich gern an!

Euch warme Grüße in den kalten Norden sendend,

Sascha

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